Die Ankunft der neuen Besitzer
Der Moment, als die Luftschleuse sich öffnete, klang nicht wie ein Willkommen. Es klang wie ein Urteil. Zwei Frauen betraten die Brücke der Geminibird. Sie trugen keine Uniformen der Werft. Sie trugen die Aura von Besitzern.
Die eine, Ribana, musterte das Schiff nicht wie ein Ingenieur, sondern wie ein Künstler, der eine Leinwand betrachtet. Ihr Blick blieb an Liora hängen. Nicht an mir. Nicht an den Konsolen. Nur an Liora.
Ribana sprach leise, aber jedes Wort füllte den Raum. Sie sprach von Visionen. Von einem Schiff, das kein Transporter mehr sein sollte, sondern eine Yacht für Geschichten. Und dann wandte sie sich an Liora.
Lioras Augen weiteten sich. Es war der Traum, den sie nie gewagt hatte zu träumen. Zu bleiben. Nicht zurück in die staubigen Büros der Verwaltung zu müssen. Doch dann fiel ihr Blick auf mich.
Ribanas Lächeln war freundlich, aber endgültig. „Arin ist ein exzellenter Ingenieur. Er darf den Umbau leiten. Er darf sicherstellen, dass deine Visionen Realität werden, Liora. Aber wenn das Schiff fertig ist... brauchen wir keine Ingenieure mehr. Wir brauchen Träumer.“
Ich hätte schweigen sollen. Ich hätte dankbar sein sollen für den Auftrag. Aber ich sah Liora an – ihr zartes Wesen, das so leicht zerbrechen konnte unter dem Druck fremder Visionen. Ich kannte diese zwei Frauen nicht. Ich wusste nicht, was sie mit ihr vorhatten.
Liora trat einen Schritt zurück. Nicht vor Ribana. Vor mir. „Arin...“, flüsterte sie. „Sie geben mir eine Chance. Warum... warum gönnst du sie mir nicht?“
Der Streit endete nicht mit einer Einigung. Er endete mit Stille. Aber es war nicht mehr die warme Stille des Kokons. Es war die kalte Stille des Weltraums. Ich nahm den Auftrag an. Nicht für Ribana. Nicht für das Geld. Sondern um noch ein paar Monate Zeit zu haben, bevor ich gehen musste. Um sie zu beschützen, solange ich noch durfte.