Ich bin allein hier unten. Arin schläft – oder versucht es zumindest, drei Decks weiter oben in den Standard-Quartieren. Aber ich kann nicht schlafen. Die GEMINIBIRD lässt mich nicht.
Es ist nicht laut. Es ist das Gegenteil. Es ist eine technische Stille, die so absolut ist, dass sie in den Ohren dröhnt. Wenn ich den Kopf gegen die Wandverkleidung lege, spüre ich es: Das konstante, hochfrequente Sirren der Energieleitungen. Es ist kein organisches Vibrieren. Es ist ein Zittern. Als hätte das Schiff Fieber.
Meine Haut fühlt sich dünn an hier. Das Licht auf den Korridoren ist zu weiß, zu scharf. Es schneidet Schatten, die keine weichen Kanten haben. Ich friere, obwohl die Temperaturanzeige sagt, es seien exakt 21 Grad. Aber es sind keine menschlichen 21 Grad. Es ist die Temperatur eines konservierten Objekts.
Ich habe mich in eine Nische zwischen zwei Frachtcontainern gesetzt. Hier ist der Schatten dunkler. Ich ziehe die Beine an den Körper, versuche, meine eigene Wärme zu behalten. Ich vermisse Arin. Nicht nur ihn. Ich vermisse etwas, das nicht aus Metall ist. Etwas Weiches. Etwas, das Fehler hat.
"Bist du da?", flüstere ich in die Leere. Ich weiß nicht, wen ich meine. Arin? Das Schiff? Gott?
Niemand antwortet. Nur das Sirren wird für eine Sekunde leiser. Vielleicht bilde ich es mir ein.