Der Testlauf hat begonnen. Unter meinen Stiefeln vibriert das Deck mit einer Frequenz, die so tief ist, dass sie nicht mehr gehört, sondern nur noch im Magen gespürt wird. Die Dual-Helix-Spulen laden auf 98% Kapazität. Auf den Monitoren vor mir laufen grüne Zahlenkolonnen in perfekter Symmetrie.
Als leitender Ingenieur sollte mich das beruhigen. Es ist mein Werk. Effizienzfaktor 1.0. Kein Energieverlust.
Aber mein Kopf ist voll mit Formeln, die hier draußen plötzlich nichts mehr wert sind. Ich sehe auf die Schildeffizienz-Anzeige. Sie schützt uns vor Mikrometeoriten, vor Strahlung, vor Hitze. Aber sie schützt uns nicht vor dem, was wir selbst mitgebracht haben. Wir brauchen keinen neuen Antrieb, der uns schneller von A nach B bringt. Wir brauchen keinen besseren Schutzschild.
Ich schalte mein Terminal auf "Auto-Überwachung". Die anderen Ingenieure starren gebannt auf den Reaktor. Niemand sieht mich gehen. Der Lärm hier drinnen macht blind.
Ich muss weg von dieser Perfektion. Ich muss dorthin, wo das Schiff noch nicht fertig ist. Wo es noch Ecken und Kanten hat. Wo Liora ist. Ich weiß nicht, ob sie existiert oder ob ich sie mir nur eingebildet habe, um nicht verrückt zu werden. Aber ich werde sie finden.